Claudia Grolimund
Yogalehrerin

Claudia Grolimund

Als eher unruhige und rastlose Person geriet ich oft schnell in heftige Wirbelstürme der Gefühle. Meine innere Unruhe, Nervosität und meine zerstreuten Gedanken erschwerten mir den Alltag manchmal sehr. Jahrelang versuchte ich durch übersteigerte Aktivität zur Ruhe zu gelangen, was sich für mich als Irrweg herausgestellt hatte.

Erst Yoga brachte mich auf eine neue Bahn. Anfangs suchte ich auch im Yoga die Herausforderung meinen Körper regelrecht zu beherrschen und wollte mich stets durch Fortschritt und Leistung messen, weil mir dies vertraut war.

Vor ca. 10 Jahren erkannte ich in einem intensiven Vipassana Retreat erstmals, um was es in meinem Leben wirklich gehen sollte. Ein häufiges Hindernis auf meinem Weg war Stress. Stress wird definiert als erhöhte Beanspruchung, Belastung physischer oder psychischer Art. Seit diesem für mich sehr einschneidenden Erlebnis versuche ich mein Leben viel bewusster, ruhiger und achtsamer zu gestalten.

Ich glaube fest daran, dass wir unseren Fokus mehr auf das Innen, als das Aussen konzentrieren sollten. Yoga ist ein wunderbares Hilfsmittel die abenteuerliche Reise nach Innen aktiv anzugehen. Über das bewusste Wahrnehmen des eigenen Körpers, die Entwicklung des Körpergefühls, können wir ein wahres Gefühl für uns selbst erlangen. Dies erfolgt durch die regelmässige Praxis und gezielt ausgeübte Asanas (Körperstellungen).

Ein grosses Rätsel war und ist mir teilweise noch immer die Tatsache, wie unsere Gedanken (der Geist) sich verselbständigen und sogar ausser Kontrolle geraten können. Wenn wir lernen unseren Atem wahrzunehmen, zu spüren und zu kontrollieren (Pranayama), können wir auch in hektischen Momenten Ruhe bewahren.

Und zu guter Letzt noch die Meditation. Während der Meditation schenken wir dem Lärm des Alltags und unseren Gedanken keine Beachtung und wodurch sich Ruhe im Körper ausbreiten kann. Im Idealfall dehnen sich diese Momente der Ruhe im täglichen Leben immer weiter aus.